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Mieten stiegen seit 1993 um fast ein Drittel Für die Wohnungsmiete mussten die Bundesbürger in den vergangenen Jahren immer tiefer in die Tasche greifen. 1998 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden pro Haushalt im Durchschnitt 739 Mark Miete fällig. Das waren 169 Mark oder 30 Prozent mehr als 1993, wie die Behörde (am 27. Juli) mitteilte. Besonders in den neuen Bundesländern und Ost-Berlin kletterten die Mieten kräftig. Seit 1993 habe sich das Wohnen im Durchschnitt dort um 239 Mark auf 571 Mark verteuert. Das war ein Anstieg von 72 Prozent. Im Westen war in diesem Zeitraum ein durchschnittlicher Zuwachs um ein Fünftel auf 789 Mark zu verzeichnen. 1993 lag die Miete noch bei 655 Mark. Aus diesen Angaben einer Erhebung zur Wohnsituation errechneten die Statistiker eine Quadratmetermiete von durchschnittlich 10,75 Mark im Jahr 1998. Das seien 2,16 Mark oder ein Viertel mehr als fünf Jahre zuvor. Im Westen stieg die Miete pro Quadratmeter von 9,53 Mark auf 11,11 Mark. Im Osten waren es 9,35 Mark und damit 3,79 Mark mehr als 1993. Der Deutsche Mieterbund rechnet für das laufende Jahr mit einer "Explosion der Mieten". Der Bundesdirektor der Mieterorganisation, Franz-Georg Rips, wies (am 28. Juli) im "Saarländischen Rundfunk" darauf hin, dass seit 1990 die Mieten etwa doppelt so schnell wie die Lebenshaltungskosten gestiegen seien. "Dieser Trend hält auch 1999 an." Vor allem preiswerte Wohnungen in Ballungsgebieten hätten eine sehr hohe Teuerungsrate. Zu dem gebe es einen deutlichen Rückgang bei der Zahl der Baugenehmigungen und einen Rückzug der öffentlichen Hand aus dem sozialen Wohnungsbau. "Das wird auf die Mietpreise durch schlagen." Rips kritisierte zugleich die Wohnungspolitik der Bundesregierung. "Bisher hat uns die Bundesregierung weitgehend enttäuscht." Wiesbaden (dpa), 8/99
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