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Hausgemeinschaften statt Altenpflegeheim Für ältere Menschen, die wegen hohem Hilfe- und Pflegebedarf nicht mehr zu Hause wohnen können, gibt es jetzt eine Alternative zum Altenpflegeheim - Hausgemeinschaften für pflegebedürftige und verwirrte ältere Menschen. Darauf hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) in Köln aufmerksam gemacht. In solchen Hausgemeinschaften lebten Gruppen von sechs bis zwölf Älteren ähnlich wie in einer Großfamilie zusammen - ohne heimtypische Regelungen und Strukturen. In Deutschland seien bereits 60 solcher Hausgemeinschaftsprojekte geplant oder mit Hilfe des KDA auf den Weg gebracht worden. Sie seien nicht teurer als konventionell geführte Altenpflegeheime. Das Gemeinschaftsleben spielt sich nach Darstellung des KDA zumeist "rund um den Herd" in einer geräumigen Wohnküche ab. Die Mitglieder der Hausgemeinschaft beteiligen sich je nach ihren Fähigkeiten und Vorlieben an Alltagsaktivitäten wie einkaufen, Kochen, Spülen,Waschen oder Bügeln. Eine Betreuungskraft helfe ihnen dabei und stehe als Begleit- und Kontaktperson zur Verfügung. Notwendige Pflege werde von außerhalb durch (ambulante) Kranken und Pflegedienste erbracht, hie§ es. Durch die aktive Beteiligung an der Alltagsgestaltung und die vertrauten Räume, Abläufe, Geräusche und Gerüche erhielten gerade auch verwirrte Bewohner eine bessere Orientierung, mehr Sicherheit und Lebensqualität, berichtete das KDA. Der ganz gewöhnliche Alltag werde so quasi zur "Therapie". In den Niederlanden (im "Anton-Pieck-Hofje") oder in Frankreich (in "Cantous") sei dieses familienähnliche Wohn- und Lebenskonzept schon länger erfolgreich, schreibt das KDA-Magazin. Jeder Mieter habe ein mit eigenem Mobiliar eingerichtetes Zimmer (Appartement) - mit überwiegend eigenem Duschbad und Toilette, eigenem Haus- und Wohnungsschlüssel, Briefkasten, Klingelschild, Strom- und Wasserzähler sowie Telefon- und Fernsehkabelanschluß. Wegen der überschaubaren Räume und der individuellen Gestaltung würden sich selbst stark verwirrte Bewohner in der Villa fast nie verirren, hieß es. Mittelpunkt der zehnköpfigen Gemeinschaft sei eine große Wohnküche im Hochpaterre, wo die Bewohner ihren Alltag weitgehend selbst organisieren. Zur Seite stehe ihnen tagsüber jeweils eine Altenpflegerin oder Hauswirtschafterin aus einem Drei-Personen-Betreuungsteam. Abends sei immer eine Nachtbereitschaft im Haus. Köln (dpa), 7/99
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